FSJ / BFD Abc - Informationen zum Start in den Freiwilligendienst von A bis Z

Ein Wegweiser durch Bestimmungen und den Paragrafen-Dschungel im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und im Bundesfreiwilligendienst (BFD). 

A


Altersgrenze
Am Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) in der Trägerschaft der Freiwilligendienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gGmbH (FWD DRS) können junge Menschen teilnehmen, die die Vollzeitschulpflicht von 9 Jahren erfüllt haben und noch nicht 27 Jahre alt sind. Für über 27 jährige Erwachsene gibt es einen eigenen Dienst, den BFD 27+.

 


Arbeitskleidung
Sofern Freiwillige eine Arbeits- bzw. Schutzkleidung tragen müssen, wird diese von der Einsatzstelle unentgeltlich bereitgestellt und für deren regelmäßige Reinigung gesorgt.

 


Ausweis
Alle Freiwilligen erhalten für die Dauer ihres Einsatzes einen FSJ-/BFD-Ausweis, mit dem sie bei verschiedenen Stellen Vergünstigungen erhalten.

B


Bescheinigung
Eine Bescheinigung erhalten alle Freiwilligen zu Beginn des FSJ/BFD. Sie dient als Nachweis gegenüber Behörden und sonstigen Stellen. Die Abschluss-Bescheinigung ist im arbeitsrechtlichen Sinn ein sogenanntes einfaches Zeugnis. Sie ist dort von Bedeutung, wo z.B. das FSJ/ BFD als Praktikum anerkannt wird. (siehe unter Z wie Zeugnis).

 


Bildungswochen
Der Gesetzgeber schreibt bei einem 12-monatigen FSJ mindestens 25 Bildungstage vor. Bei uns den Freiwilligendiensten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart (abgekürzt FWD DRS) bedeutet dies in der Regel die Teilnahme an fünf, 5-tägigen Bildungswochen, jeweils von Montag bis Freitag mit Übernachtung. Bei abweichender Dienstdauer ändert sich entsprechend die Anzahl der Bildungstage. Die FWD DRS erwarten bezüglich der Bildungswochen von den Freiwilligen die Bereitschaft, aktiv am Bildungsprogramm und in der Gruppe mitzuarbeiten. 
Die Zeit auf den Bildungswochen gilt als Arbeitszeit. Die Teilnahme ist Pflicht. Bei Krankheit muss ab dem 1. Tag eine Krankmeldung bei der FWD DRS vorgelegt werden. Die Fahrtkosten zu den Bildungswochen und wieder zurück übernehmen die FWD DRS.

D


Dauer
FSJ und BFD werden in der Trägerschaft der FWD DRS in der Regel in 12 zusammenhängenden Monaten geleistet. Ausnahmen sind möglich (zwischen 6 und 18 Monaten). Ein Einstieg ist das ganze Jahr, immer zum 1. oder 15. eines Monats möglich. 

E


Einsatzzeiten
Diese richten sich nach den Arbeitszeiten der jeweiligen Einsatzstelle, in der Regel zwischen 38,5 und 40 Wochenstunden. In vielen Einsatzstellen wird im Schichtdienst gearbeitet. Wochenenddienste sind möglich, auch direkt nach den Bildungswochen. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren gelten die Jugendarbeitschutzbestimmungen. Die Zeit auf den Bildungswochen gilt als Arbeitszeit.

F


Führungszeugnis
Freiwillige, die im Rahmen ihres Freiwilligendienstes mit Kindern/Jugendlichen in Kontakt kommen, benötigen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis, das sie der Einsatzstelle vor Beginn ihres Dienstes vorlegen müssen. Dieses einfach beim Einwohnermeldeamt beantragen, kostet bei der Vorlage der vorläufigen Bescheinigung oder des FSJ/BFD Ausweises nichts.

G


Geldersatzleistungen anstatt von Unterkunft
Diese sind zu entrichten, wenn Freiwillige keine Unterkunft in Anspruch nehmen. Es handelt sich hierbei um die Fahrtkosten zur Einsatzstelle.

J


Jugendarbeitsschutz
Für alle Freiwilligen, die nicht volljährig sind, gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz. Besonders wichtig ist die Erstuntersuchung, die vor Beginn des Dienstes in der Einsatzstelle notwendig ist. Für manche Einsatzfelder werden bestimmte Impfungen benötigt. Vor einer Impfung muss eine Absprache mit der Einsatzstelle über die Kostenübernahme erfolgen.

K


Krankenversicherung
Freiwillige sind krankenversicherungspflichtig und müssen als eigenständige Mitglieder gesetzlich krankenversichert sein. Die Krankenkassenbeiträge während des Dienstes werden für Freiwillige von den Einsatzstellen komplett übernommen. Der Verbleib in der gesetzlichen Familienversicherung ist nicht möglich. Die Rückkehr in die gesetzliche Familienversicherung ist nach dem Dienst möglich. Bei einer privaten Krankenversicherung muss vor dem Dienst geklärt werden, wie die private Versicherung während des FSJ ruhen kann. Auch die Rückkehr in die private Krankenversicherung, nach dem FSJ, muss vorab mit der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung geklärt werden.

 


Krankheitsfall
Im Krankheitsfall muss der Einsatzstelle in der Regel spätestens ab dem 3.Tag eine Krankmeldung vorliegen. Ist eine Bildungswoche davon betroffen, muss dem Träger (FWD DRS) bereits ab dem 1.Tag eine Krankmeldung vorgelegt werden. Näheres regelt die Vereinbarung. Krankenbezüge werden in der Regel bis zur Dauer von sechs Wochen fortgezahlt. Im Übrigen gelten die arbeitsrechtlichen bzw. tarifrechtlichen und betrieblichen Regelungen.

 


Kindergeld
Kindergeld und Kinderfreibeträge (Steuerrecht/Werbekostenpauschale beachten!) sowie weitere kinderbezogene Leistungen werden für die Zeit des Freiwilligendienstes gewährt. (Genaueres bei der Kindergeldkasse des Arbeitsamts/Finanzamts).

L


Lohnsteuer
Alle Freiwilligen sind in Bezug auf Lohnsteuer und Sozialversicherung Arbeitnehmer*innen. (siehe unter S wie Sozialversicherungsbeiträge). 

P


Pädagogische Begleitung
Sie umfasst die an Lernzielen orientierte fachliche Anleitung und Begleitung durch die Einsatzstelle, die individuelle pädagogische Betreuung durch den Träger sowie die Bildungsarbeit auf den Bildungswochen. Ziel der pädagogischen Begleitung ist es, persönliche Kompetenzen zu fördern und das Verantwortungsbewusstsein für die Gesellschaft zu stärken.

 


Personalunterlagen
Die gesamte Personalverwaltung läuft über die Einsatzstelle, d.h. Steuernummer, Bescheinigung der Krankenversicherung, etc. müssen bei der Einsatzstelle eingereicht werden.

 


Probezeit
Die ersten sechs Wochen des Freiwilligendienstes sind Probezeit. Eine ordentliche und außerordentliche Kündigung ist möglich. In gegenseitigem Einvernehmen zwischen Träger, Einsatzstelle und Freiwilliger*m ist eine vorzeitige Auflösung der Vereinbarung auch ohne Kündigung möglich. Näheres regelt die Vereinbarung.

S


Sozialversicherungsbeiträge
Freiwillige im FSJ/BFD werden rechtlich annähernd so behandelt wie Beschäftigte, d.h., sie sind in der gesetzlichen Renten-, Pflege-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung versichert. Alle abzuführenden Beiträge bezahlt in voller Höhe die Einsatzstelle.

 


Studium
Wer einen Freiwilligendienst geleistet hat, darf bei der Bewerbung um einen Studienplatz nicht benachteiligt werden. Ein zugesagter Studienplatz verfällt nicht, sondern wird zurückgestellt und kann nach dem Freiwilligendienst angetreten werden. Zudem wird der Freiwilligendienst bei manchen sozialen Studiengängen in Punkten für die Bewerbung an der Uni gutgeschrieben. Darüber hinaus gibt es weitere Verbesserungen der Bewerbungschancen für ein Studium durch einen Freiwilligendienst, bitte dazu immer bei der jeweiligen Uni nachfragen.

T


Taschengeld
Die Höhe des Taschengeldes beträgt 320,00 Euro. Dazu gibt es 40 Euro Verpflegungskostenzuschuss (siehe unter V).

U

Unfallversicherung
Die Beiträge der Unfallversicherung zahlen die Einsatzstellen in voller Höhe.

 


Unterkunft
In einigen Einsatzstellen kann eine kostenfreie Unterkunft zur Verfügung gestellt werden. Näheres dazu regelt die Vereinbarung.

 


Urlaub
Der Jahresurlaub beträgt mindestens 26 Urlaubstage. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren richtet sich die Zahl der Urlaubstage nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz. Urlaubsgeld sieht das Jugendfreiwilligendienstegesetz nicht vor. 

V


Verpflegung
Ein Verpflegungskostenzuschuss in Höhe von 40,00 Euro wird von der Einsatzstelle gewährt.

W

Waisenrente
Die Halb- oder Vollwaisenrente wird für die Dauer der Teilnahme am FSJ/BFD weiter bezahlt. 

 


Weihnachtsgeld
Freiwillige im FSJ und BFD erhalten kein Weihnachtsgeld. 

Z


Zeugnis
Nach Beendigung des Freiwilligendienstes kann der/die Freiwillige ein schriftliches Zeugnis über
Art und Umfang des Freiwilligendienstes von der Einsatzstelle einfordern. Auf Verlangen kann es
sich auf Leistungen und Führung erstrecken; berufsqualifizierende Merkmale sind aufzunehmen.

 

FSJ-BFD ABC der Freiwilligendienste DRS gGmbH [PDF]